Ausstellung der Folkwang Universität der Künste, Essen
Eine fotografische Spurensuche am ehemaligen Stahlstandort Duisburg-Rheinhausen
13 Studierende der Folkwang Universität der Künste im Schwerpunkt Fotografie haben sich unter der Leitung von Prof. Elke Seeger über ein Jahr mit den transformatorischen Prozessen des ehemaligen Stahlstandorts Duisburg-Rheinhausen auseinandergesetzt. Unterstützt wurden sie u.a. vom Freien Archiv der Hütten- und Bergwerke Rheinhausen e.V.. Das Ergebnis dieser Arbeit präsentieren sie vom 19. Juli bis zum 30. August in der Kokerei Zollverein.
Der Fokus ihrer Auseinandersetzung liegt auf dem urbanen Raum, seinen sichtbaren Umwälzungen und den damit verbundenen gesellschaftlichen und politischen Veränderungen. Auch die noch sichtbaren Spuren der Vergangenheit spielen eine Rolle, ebenso Fragen an die Zukunft aus der Perspektive des Jetzt ins Gedächtnis rufen und daher versuchen die künstlerischen Arbeiten hier anzusetzen, indem sie Vorstellungen von Geschichte evozieren und aktuell visualisieren. Dabei sind neben den visuellen Spuren vor allem zufällige Überlieferungen und die Begegnung mit Menschen vor Ort von großer Bedeutung. Sie erst ermöglichen individuelle Annäherungen, freie Assoziationen und eine künstlerische Entfaltung.
Der Schwerpunkt der studentischen Auseinandersetzung liegt in der Fotografie, wird aber durch weitere Medien wie Film, Video, Audio, Found Footage und Archivmaterial erweitert. Die jeweiligen Medien bestimmen die Umsetzungsformen, die von der Wand bis in den Raum der Trichterebene in der 2. Etage reichen.
Eine fotografische Arbeit porträtiert das Wohnhaus unseres Mitglied Ingrid Lenders. Das Haus mit der Nummer 7 am Berthaplatz ist seit 1984 ihr Zuhause. Die fotografische Serie eröffnet einen Einblick in ihren Alltag während der aktiven Krupp-Zeit und versucht deutlich zu machen, wie stark Unternehmen und Wohnumfeld miteinander verflochten waren.
Die Stahlproduktion bildet neben der Kohleförderung ein Stück bundesdeutsche Wirtschaftsgeschichte ab. Das Aufzeigen möglicher Parallelen und Divergenzen begleitet den Schwerpunkt der Ausstellung.
Im Rahmen der Ausstellung findet am Dienstag, dem 18. August um 18.00 Uhr ein Filmabend mit ausgewählten Dokumentarfilmen zu Duisburg-Rheinhausen statt.



